Regel Nummer 5: Selbstliebe ist der Schlüssel

Selbstliebe hat nichts mit Egoismus zu tun. Manchmal machen es uns aber gerade die vielen Selbstdarsteller, Selbstverliebten und Selbstsüchtigen schwierig, die Selbstliebe anzunehmen. Manche von uns haben schon in ihrer Kindheit gelernt, sich klein zu machen und haben bis heute damit zu kämpfen. Bei der Selbstliebe geht es aber nicht um äussere Aspekte, nicht darum, was du hast, was du kannst oder was du bist. 

Weshalb ist Selbstliebe entscheidend? Es ist ganz einfach: wenn du dich nicht selbst liebst, kannst du niemand anderes „richtig“ lieben und niemand anderes kann dich „wirklich“ lieben. Es ist die Grundlage dafür, dass du andere nicht benützt, nicht ausnützt oder dich von ihnen abhängig machst. Wenn du andere „brauchst“, dann ist das keine Liebe. Dann ist das ein Geschäft und Gegengeschäft zweier abhängiger Egos, die sich im besten Fall gegenseitig ihre Bedürfnisse befriedigen – meist funktioniert das aber nicht auf Dauer.

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Ich war selbst einmal – so lange ist das gar nicht her – in diese kleinen Gefühle verstrickt, die ich für Liebe hielt. Es ging darum, dass die Partnerin meine Bedürfnisse hätte befriedigen sollen, dass ich Angst davor hatte, verlassen zu werden, nicht geliebt zu werden. Allmählich dämmerte mir, dass gerade diese Ängste und Bedürfnisse zu hinterfragen waren. Ich habe neulich über das Konzept des Kleinen Jungen (oder Mädchen) geschrieben, das hierfür ein Schlüssel ist. Wenn dieser Kleine Junge unerkannt in dir deine Gefühlswelt bestimmt, bist du nicht fähig wirklich zu lieben. Der Weg führt also nach innen. Und wenn du mit dir selbst im Reinen bist, wenn du dich selbst wirklich liebst, bist du frei für die wahre Liebe. Die Selbstliebe wird einfach ein Teil dieser grossen Liebe, die dich mit der ganzen Schöpfung verbindet. Mit deinen Mitmenschen und deiner Partnerin/deinem Partner kannst du dieses Gefühl teilen. Ich nehme es als stille Freude und Dankbarkeit wahr. Dankbarkeit für dieses Leben, das uns geschenkt ist und in dem wir so viele schöne Dinge erfahren und lernen können.

Es geht also nicht um eine Trennung von Liebe und Selbstliebe – es geht nur um die Reihenfolge, wie du das eine und dann das andere erlangen kannst. „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, wird das beschrieben. Das Erste geht nicht ohne das Zweite.

Selbstliebe wird oft auch als Egoismus (miss)verstanden. Viele von uns haben gelernt, dass sie sich zunächst um die andern kümmern müssen. Mitgefühl ist wirklich eine wunderbare Eigenschaft, die aus der Liebe hervorgeht. Aber sie kann nur entstehen, wenn wir uns selbst lieben, wenn wir uns als wunderbares, heiliges Wesen akzeptieren. Das heisst nicht, dass wir als Personen perfekt wären. Nobody is perfect – und traue niemandem, der den Anschein erwecken will. Besonders keinen Gurus, die sich als Heilige ausgeben – sie sind meistens nur Scheinheilige. Als Menschen haben wir und machen wir Fehler. Ich sehe es so, dass wir die Aufgabe und Gelegenheit haben, in unserem Leben von diesen Fehlern zu lernen. Wir können sie erkennen, den tieferen Grund und den Zweck dahinter erfahren und uns und unseren Mitmenschen zu vergeben. Auch hier gilt: wir müssen zuerst uns vergeben, bevor wir anderen vergeben können.

Wenn du dich selbst liebst, anerkennst du das Leben in seiner Form. Du liebst dich nicht, weil du so oder so bist oder dies oder jenes tust – sondern, weil du bist. Und du erkennst, dass du Teil dieser Schöpfung bist und dass du mit allem verbunden bist. Es geht noch weiter: du erkennst, dass alles eins ist – aber da arbeite ich noch dran… Ich habe ja gesagt, niemand sei perfekt 😉

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