Herzen öffnen

Wenn ich mir verschiedene Wege von Menschen vor Augen führe, die den Schritt in die Bewusstheit gemacht haben, fällt mir auf, dass es fast überall einen Anstoss gebraucht hat. Manchmal waren es regelrechte Schicksalsschläge oder körperliche Zusammenbrüche, die am Anfang standen. Andere suchen und finden einen bewussten Menschen, der ihnen „das Herz öffnet“. Anscheinend schaffen es aber nur wenige Menschen, sich aus eigener Kraft und ohne Not für diesen Weg zu entscheiden.

Ich vermute, dass zunächst das Ego überlistet werden muss, dass sich mit aller Kraft gegen seine Enttarnung und Entmachtung wehrt. Es bedeutet eine grundlegende Veränderung mit all ihren Unsicherheiten, wenn man sich auf diesen Weg begibt. Man muss also bereit sein, Gewohntes aufzugeben und sich auf unbekanntes Terrain zu begeben. Die Verlustangst muss überwunden werden, die sich unweigerlich einstellt. Vermutlich fällt es deshalb Menschen leichter, die am Boden sind, die nicht mehr viel zu verlieren haben. Man muss sein Ego loslassen können, was bedeutet, dass man sich von vertrauten Rollen und von seinem Image verabschieden muss. Und schon kommt die Angst: wer bin ich dann noch, wenn ich mich nicht mehr über das, was ich kann und das, was ich habe, identifizieren kann? Dies einfach so zu überwinden, ist tatsächlich schwierig.

Immer wieder berichten Menschen (vor allem Frauen), dass sie jemanden kennen gelernt haben, der ihnen das Herz geöffnet hat. Nicht selten handelt es sich dabei um eine spirituell erleuchtete Person, die eine Art von Liebe ausstrahlt, wie man sie in seinem normalen Alltag und mit dem eigenen Partner nicht erlebt hat. Ich kann mir das einerseits gut vorstellen, andererseits sehe ich hier gewisse Gefahren.

Ein Mensch von hohem Bewusstsein strahlt reine Liebe aus. In seiner Nähe fühlt man sich wohl, man fühlt eine starke Energie und Güte. Diese Menschen können andere mitziehen. Dies ist eine wunderbare Gabe und eine verantwortungsvolle Aufgabe. Die nach der wahren Liebe Suchenden zieht es zu diesen Menschen. Und viele Suchende sind sehr verletzlich und empfänglich für die Ausstrahlung der erleuchteten Person (damit meine ich einen Menschen mit sehr hohem Bewusstsein). Sie fühlen die Liebe und verlieben sich in diese Person. Es gibt einige Guru-Figuren, die dies ausnützen und die Suchenden in eine Abhängigkeit führen. Bei ihnen spielt das Ego wieder mit, das sich an der Macht über andere erfreut. Ein wahrhafter spiritueller Meister ist sich dessen bewusst und nimmt diese Verehrung und Bewunderung nicht persönlich. Er zeigt den Suchenden auf, dass die Quelle der Liebe in ihnen selbst ist und dass seine Aufgabe nur darin besteht, diese Quelle aufzuzeigen. Er macht die Suchenden nicht von sich abhängig und freut sich mit ihnen über ihre Schritte in die eigene Stärke und Bewusstheit.

Insofern ist es eine wunderbare Aufgabe für einen erleuchteten Menschen, suchenden Menschen einen Anstoss auf ihrem Weg geben zu können. Und sich dann wieder zurückzuziehen, um die Entfaltung des wahren Selbst bewundern zu können. Ich schätze mich glücklich, in Katharina Vonow eine solche verantwortungsvolle Lehrerin zu haben!

Und was kannst Du jetzt tun, wenn Du bereit bist, Dein Herz zu öffnen? Sprich diesen Wunsch aus. Wenn Du es wirklich willst, wirst Du dabei Unterstützung erhalten. Ich empfehle Dir, gute Bücher zu lesen, die Dich dabei unterstützen, wie zum Beispiel „Jetzt – die Kraft der Gegenwart“ von Eckhart Tolle. Einen sehr guten Einstieg bietet auch Robert Betz in seinem Buch „So wird der Mann ein Mann!“. Und fange an, Deine Freizeit sinnvoll zu nutzen. Viele stürzen sich in zahllose Aktivitäten oder dröhnen sich mit Unterhaltung zu. Wer vor sich davonrennt (wörtlich oder im übertragenen Sinn), findet nicht die Zeit und Ruhe, um sich mit sich selbst zu befassen. Gehe allein in die Natur und lasse Dich von dieser Ruhe beeinflussen. Schau, höre, rieche und fühle, was in Dir vorgeht. Nimm Dir am Morgen 15 Minuten Zeit zum Meditieren. Ich bin sicher, Du wirst schon bald fühlen, dass sich etwas verändert. Und wenn negative Gefühle hoch kommen, gehört dies dazu. Wenn Du sie aushalten kannst, wenn Du mit ihnen sein kannst, werden sie sich auflösen. Und so kommst Du immer weiter…

Und suche ab und zu die Gemeinschaft mit Gleichgesinnten – das tut einfach gut!

 

Forcellina ob Juf
Forcellina ob Juf, Blick in Richtung Julier-Pass und Engadin

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