Ich liebe, also bin ich.

Heute ist mir während der Meditation dieser Gedanke gekommen: ich liebe, also bin ich. Und dieser Gedanke gefiel mir: Wir ersetzen das Denken durch Lieben und korrigieren diesen Irrtum von Descartes, der den Verstand mit Bewusstsein gleichgesetzt hat. Lassen wir uns nicht mehr vom Verstand sondern vom Herzen leiten!

Ich habe vermutet, dass ich nicht der erste mit diesem Gedanken bin und habe danach kurz recherchiert, Christina Kessler hat unter dem Titel „amo, ergo sum“ schon 2002 ein Buch publiziert und hat ihre Philosophie unter dieses Motto gestellt (Christina Kessler: amo ergo sum – ich liebe, also bin ich. Freiamt: Arbor Verlag 2002). Die Formulierung ist aber bestimmt schon älter und wurde unter anderem von C. G. Jung, bzw. dem Physiker Wolfgang Pauli in seinem Briefwechsel mit Jung verwendet. (Kleine Notiz am Rande: mit C.G. Jung und Wolfgang Pauli hatte ich als als Wissenschaftshistoriker schon zu tun… Damals hatte ich aber noch keinen Zugang zu den spirituellen Fragen, welche die beiden beschäftigten…)

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Abendstimmung über dem Vierwaldtsättersee – Blick von Luzern zur Rigi

Ich finde, dieser Leitsatz passt sehr gut zur Grundidee meines Blogs. Es geht darum, dass gerade wir Männer die Maxime der Rationalität in den letzten Jahrhunderten gelebt und gegen andere Prinzipien durchgesetzt haben. Descartes „cogito ergo sum“ (Ich denke, also bin ich), verkörperte diesen Grundsatz. Darauf bauten die Aufklärung und der Siegeszug der Naturwissenschaft und Technik in den letzten Jahrhunderten auf – geprägt durch Männer. In den letzten Jahren haben dann von östlichen Lehren beeinflusste LehrerInnen diese Denkweise in Frage gestellt. Der Verstand ist nicht das, was uns Menschen ausmacht, ist nicht das höchste Gut. Der Verstand kann sich selber nicht erkennen. Darüber muss mehr sein. Der Verstand ist an den materiellen Körper gebunden und vergänglich. Darüber ist ein immaterielles Bewusstsein, ein höheres Selbst. Und Liebe ist die allumfassende Kraft. Hinter dem Leitsatz „ich liebe, also bin ich“ steht die Einsicht, dass der Mensch sich durch die Fähigkeit (bewusst) zu lieben definiert.

Und damit sind wir schon sehr nahe beim Männerherz, dem Titel  meines Blogs. Darin enthalten ist die Aufforderung an uns Männer, das Herz in den Mittelpunkt zu stellen und nicht den Verstand. Den Verstand nutzen wir im Dienst unseres Herzens, wobei das Herz wiederum das Symbol für die Liebe darstellt. Aber aufgepasst, wenn ich von Liebe spreche, meine ich die „grosse“ Liebe, nicht die „kleine“ Verliebtheit oder die Emotion des Egos, die eher Abhängigkeit bedeutet. Es geht also um die grosse Liebe, die Verbundenheit mit allem. Wenn wir sie ins Zentrum unseres Lebens stellen, wird das Äussere, werden materielle Dinge und negative Gefühle in den Hintergrund treten. Und es scheint mir wichtig, dass wir Männer hier die Kurve kriegen. „It’s a man’s world“ meint bisher nicht eine von Liebe geprägte Welt. Lass uns das ändern!

Ein Gedanke zu “Ich liebe, also bin ich.

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