Yoga (auch) für Männer

Noch ganz frisch sind die Eindrücke vom zweiten Yoga-Wochenende, das ich auf der Rigi verbringen durfte. Meine Partnerin hat es durchgeführt, und es war wieder sehr schön, sehr erholsam und friedlich. Und wir waren immerhin 25% Männer (also 3 von 12 Teilnehmenden). Wir haben uns mehrfach gefragt, weshalb Männer nach wie vor in der Minderheit sind, wenn es um Yoga und Meditation geht. Jedenfalls bei uns. Leserinnen und Leser meines Blogs wissen, dass genau dieser Umstand dazu geführt hat, dass ich vor zwei Jahren diesen Blog über Achtsamkeit und Bewusstsein für Männer begonnen habe. Weiterlesen

Du hast es in der Hand

Ich habe in letzter Zeit öfters über „das Grosse Ego“ geschrieben, und was das für uns selbst heisst. Im Zusammenhang mit der Kündigung des Klimaschutzabkommens sieht man sehr schön, was die Ego-Politik bewirkt und auslöst. Zum einen ist es (natürlich) politisch verwerflich, wenn der grosse Umweltverschmutzer USA sich aus der internationalen Verantwortung verabschiedet. Dies kann ein Weckruf für die anderen Staaten sein, sich jetzt erst recht für einen effektiven Klimaschutz einzusetzen. Da scheint mir Angela Merkels Reaktion die richtige. Ganz im Gegensatz zur Argumentation von SVP-Exponenten in der Schweiz, die finden, die Schweiz sei zu klein, stosse somit nur wenig Schadstoffe aus und müsse bei einem solchen Abkommen nicht dabei sein. Wobei der nächste Schritt dann darin bestünde, die Einschränkungen zugunsten des Klimas aufzuheben. Falscher geht es nicht. Ich gehe davon aus, dass diese Politiker auch als Menschen und für sich selbst so argumentieren: Ich bin ja nur eine Person, was kann ich schon machen? Was bringt es, wenn ich mich einschränke in meiner Mobilität oder mehr bezahle für nachhaltige Energien? Und dann gibt es noch das Trittbrettfahrer-Syndrom – was ist, wenn ich meinen Beitrag zum Klimaschutz leiste, aber andere nicht? Ich schränke mich ein und die anderen profitieren? Ich bin doch nicht blöd!  Weiterlesen

Immer wieder das Ego

Ich habe dem Ego ja schon einige Beiträge gewidmet. Aber da es sich immer wieder in den Vordergrund drängt, möchte es offenbar nochmals beschrieben werden. Nun denn: Neulich sah ich Bilder vom Treffen von Staatschefs. Da gab es diese Szene, als der US-Präsident Donald Trump seinen Amts-„Kollegen“ aus Montenegro rüde zur Seite schiebt, damit er den ihm gehörenden Platz in der Mitte einnehmen kann. Dann wirft er sich in Pose für ein Gruppenbild. Diese Geste und diese Haltung sind wieder einmal Ego pur. Es ist für mich faszinierend, dies so in aller Klarheit vorgeführt zu kriegen. Und ich bin mir sicher, dass dies genau deswegen so geschieht: Wir sehen hier das unverstellte, das „reine“ (so es denn rein sein kann) Ego. Dieses grosse Ego, das die kranke Seite unseres Seins und unserer Gesellschaft darstellt. Seht her, schreit es von den Bildern, seht her! Hier bin ich! So bin ich! Bin ich nicht grossartig? Aber nein, nicht alle sehen mich in voller Pracht! Na warte, wer sich mir in den Weg stellt, wird beiseite geräumt. Ha! Jetzt habe ich es dir aber gezeigt. Macht ihr jetzt das Foto? Leider müssen diese anderen Looser auch noch drauf. Eigentlich schade um das schöne Bild von mir… Also: das Ego nimmt sich selbst am wichtigsten und drängt sich in den Vordergrund. Weiterlesen

2 Jahre Männerherz

Am 19. Mai 2015 veröffentlichte ich den ersten Beitrag auf Männerherz. Zeit für eine Zwischenbilanz – oder eine Standortbestimmung, wie das meine Partnerin nennen würde. „Start in ein Abenteuer“ habe ich diesen Blogbeitrag überschrieben. Ein bisschen Abenteuer war das schon. Zunächst war der Wunsch zu den Themen Bewusstheit und Achtsamkeit zu schreiben und vor allem Männer zu ermuntern, sich diesen Fragen zu stellen und auch dazu zu stehen. Es war mir ein Bedürfnis, etwas für Männer zu tun. Und dafür musste ich mich konsequenterweise auch zu diesen Aussagen und Themen bekennen. Nachdem ich mich zuerst noch als Person nicht zu erkennen gegeben hatte, folgte dieser logische Schritt schon bald. Ich gab mich also mit Name und Bild zu erkennen und stellte auch die Verbindung zu meiner beruflichen Identität und das entsprechende Blog her. Schon ein bisschen abenteuerlich… Weiterlesen

Wozu Leiden?

Das Thema Leiden war in letzter Zeit ziemlich präsent – sei es im Kontext des Karfreitags und der Leidensgeschichte (und Auferstehung) Christi, sei es im Zusammenhang mit dem 600. Geburtsjahr von Bruder Chlaus oder in der Biografie des Buddha. Auch neulich im Film „Die Hütte – ein Wochenende mit Gott“ stand das Leiden eines Vaters über den gewaltsamen Tod seiner Tochter im Zentrum. Und wie er dieses Leiden überwinden und sich befreien konnte. Immer wieder werden Menschen auf ihrem Pfad der Erleuchtung von Leiden erfasst. Leid ist überall sichtbar auf der Welt – in Konflikten, Ungerechtigkeiten, Kriegen, Naturkatastrophen und häufig auch in Familien, in Beziehungen. Wozu dieses Leiden? Brauchen wir Menschen das Leid? Gibt es einen Weg ohne Leiden?

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Gefühle zeigen

Ein Klassiker: wir waren neulich im Wald und sassen um ein schönes Feuer. Ich schwärmte vom Grün der Bäume und von der erwachenden Natur im Frühjahr, die ich auf einer Wanderung gerade erlebt hatte. Und erzählte noch, wie wir früher unsere Mutter belächelten, wenn sie über das wunderschöne Lindengrün der jungen Buchenblätter im Frühjahr schwärmte. Wir Kinder fanden das irgendwie belustigend. Da sagte ein junger Mann in unserer Runde, dass das jetzt aber schön sei, dass ich das erzähle. Ihn hätte man nämlich neulich in der Familie ausgelacht, als er sich über das Grün im Garten freute und dies auch zum Ausdruck brachte. Ein Mann, der über die Natur ins Schwärmen kommt! Das geht doch nicht – dachten sie. Ein „richtiger“ Mann freut sich allenfalls über Sport, Motoren, schöne Frauen. Aber über Blumen im Garten? Das ist irgendwie suspekt. Weiterlesen

Erwachte Beziehungen

 

Die Form unserer Beziehungen – ich meine die Liebesbeziehungen, Partnerschaften – hat einen grossen Einfluss auf unser Leben. Und wie wir unsere Beziehungen leben, ist direkt abhängig von unserem Bewusstsein. In unseren engen Partnerschaften (auch in der Familie) äussern sich unsere Themen, hier reiben wir uns – und hier können wir uns entwickeln.

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Zum Wohle aller

Mir kommt da gerade ein Gedanke… In der Bibliothekscommunity wird gerade eine Publikation von David Lankes auch im deutschen Sprachraum diskutiert. Er betont in seinem Buch „Expect More“ den gesellschaftlichen Auftrag von Bibliotheken. Dieser besteht darin, dass Bibliotheken zur Verbesserung der Gesellschaft beitragen, indem sie die Schaffung von Wissen ermöglichen:

The mission of a library is to improve society through facilitating knowledge creation in the community.

Ich finde das eine sehr schöne und kraftvolle Mission. Als Bibliotheksverantwortlicher oder -mitarbeitende kann ich mir nun überlegen, wie ich dazu einen Beitrag leisten kann, dass unsere Gesellschaft verbessert wird. Und da habe ich mir überlegt, wie das denn wäre, wenn auch andere Bereiche ein solches Selbstverständnis hätten, z.B. die Politik oder die Wirtschaft…

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Zeit der Entscheidung

Je stärker das Ego ist, umso stärker ist das Gefühl der Getrenntheit zwischen den Menschen. Die einzigen Handlungen, die keine Gegenreaktion herausfordern, sind solche, die dem Wohl aller dienen. Sie beziehen ein, statt auszugrenzen. Sie verbinden, statt zu trennen. Sie dienen nicht »meinem« Land, sondern der ganzen Menschheit, nicht »meiner« Religion, sondern der Entfaltung des Bewusstseins aller Menschen, nicht »meiner« Spezies, sondern allen fühlenden Wesen und der ganzen Natur. (Eckhart Tolle, Eine neue Erde, S.299)

Meiner Ansicht (und Einsicht) nach verkörpert der aktuelle US-amerikanische Präsident vollkommen dieses trennende Ego. Donald Trump steht für wirtschaftlichen Erfolg und für Macht. Und gleichzeitig pervertiert er den Amerikanischen Traum. In seiner Hässlichkeit (ich meine nicht das Äussere) zeigt er uns auf, wohin dieser am äusseren Erfolg ausgerichtete Weg führt. Der Zweck heiligt angeblich die Mittel (in Trumps Welt) – aber jetzt wird offensichtlich, dass dies eben nicht so ist. Aus dem Trennenden, Unbewussten kommen unweigerlich negative Worte und Handlungen. Weiterlesen