Regel Nummer 7: Dein Leben ist wertvoll

Habe ich „nur“ dieses eine Leben? Kriege ich eine zweite Chance, wenn ich das aktuelle vermassle? Ist ohnehin alles vorbestimmt? Oder ist alles eine Illusion? Spielt überhaupt eine Rolle, was ich hier mache? Manchmal ist es schon etwas verwirrend, was so gesagt wird. Und oft ist das eine wahr und das Gegenteil auch. Oder beides unwahr… 

Ich interpretiere diese vielen Paradoxien und verwirrenden Einsichten folgendermassen: im Moment haben wir dieses eine Leben. Es ist uns geschenkt, und wir sind aufgefordert, das Beste daraus zu machen. Das heisst, wir sollen unsere Bestimmung finden, unseren Beitrag zum Grossen Ganzen leisten. Wir sind Menschen von Fleisch und Blut, wohnen in diesem Körper und sind vergänglich, wie alle Form vergänglich ist. Das ist die eine Seite der  Wahrheit. Darüber hinaus sind wir aber Bewusstsein und viel mehr als das, was hier sichtbar und fühlbar ist. Viel mehr als alles, was der Verstand begreifen kann. Entsprechend entzieht sich auch der höhere Sinn unseres Daseins und Soseins unserem Denken. Was wir fühlen und sehen, schmecken und hören können, ist die äussere Form.

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Höhle Bruedersbalm oberhalb Rigi Klösterli, Blick von innen

Das heisst nun aber nicht, dass diese Form nicht wichtig sei. Auch wenn es manchmal heisst, das sei alles nur Illusion. Es hat seinen Grund, dass wir hier und jetzt so sind, wie wir sind. Unser Körper ist vergänglich, aber er ist unser zu Hause. In diesem Körper manifestiert sich unser Bewusstsein. Mit diesem Wunderwerk von Gehirn, mit den Sinnen als Verbindung zur Umwelt. Mit den Füssen, Beinen und dem Rückgrat für den aufrechten Gang, den Armen, Händen und Fingern, um alles zu begreifen und zu bearbeiten. Und damit sind wir Teil der Natur (obschon wir uns manchmal gar nicht so verhalten) und der Mutter Erde. Wir sind ebenso wichtig wie die Formen, die wir in der Natur bewundern können. Aber es kommt noch eine Dimension hinzu, die aber vielen noch verborgen ist: Wir verkörpern das Bewusstsein (Vater Himmel, wie es unser Yogalehrer am Wochenende genannt hat). Das Bild gefällt mir jetzt, ist mir gerade spontan in die Tasten geflossen. Ja, wir verkörpern das Bewusstsein. Es manifestiert sich in uns und wir werden uns des Bewusstseins mit Hilfe unseres Körpers gewahr. Das ist ein weiteres Paradox unseres Seins: der Körper hilft uns dabei, unser unkörperliches Wesen zu erkennen.

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Höhle Bruedersbalm, von aussen gesehen 

Ich denke, ich habe diese Übung schon mal beschrieben, aber ich habe ja schon gesagt, dass vieles Wiederholung ist – oder einfach eine andere Form, um den gleichen Kern wieder und wieder zu beschreiben… Also:

Setze dich ruhig hin, entspanne dich. Atme tief durch, schliesse die Augen. Jetzt konzentriere dich auf den Atem. Fühle, wie du einatmest, wie sich dabei deine Bauchdecke und dein Brustkorb ausdehnen, fühle wie du ausatmest und sich Bauchdecke und Brustkorb wieder senken. Oder besser gesagt: fühle, wie der Atem in dich hineinfliesst, fühle wie der Atem wieder aus dir hinausfliesst. Wenn du ganz ruhig bist, versuche deine Hände von innen zu fühlen. Ohne sie zu berühren oder anzuschauen. Fühle die pulsierende Wärme, dieses Energiefeld. Fühle es in deinen Füssen. Am Anfang ist das nicht leicht, aber wenn du das Gefühl mal erwischt hast, ist es wie beim Radfahren: Du verlernst es nicht mehr. Nun kannst du dieses Gefühl ausdehnen: fühle dein Energiefeld in der rechten Hand, dann den Arm hoch, dann auf der linken Seite. Gehe mit der Aufmerksamkeit zu deinen Füssen und dehne das Gefühl aus, die Beine hoch. Du kannst dich so von innen heraus fühlen, im ganzen Körper. Erkenne nun, dass diese Energie in dir dieselbe Energie ist, die in allem ist. Das bist du und das ist mehr als du…

OK, das wäre dann ja schon das nächste Thema: wir sind mit allem verbunden. Aber wenn ich so ins Plaudern komme, führt das eine zum andern.

Zurück zum Anfang: unser Leben ist wertvoll, dein Leben ist wertvoll. Falls du unzufrieden bist oder denkst, das Wichtigste verpasst zu haben. Dann ist genau jetzt der Moment, wo du das erkennst und es ändern kannst. Auch wenn du Fehler gemacht hast, auch wenn dein Leben im aussen nicht von Erfolg geprägt war, oder umgekehrt, wenn du im aussen erfolgreich bist und trotzdem innerlich leer und unzufrieden: dein Leben ist wertvoll! Erkenne es jetzt – und beginne jetzt bewusst zu leben. Es ist nicht entscheidend, was du bist oder was du tust – sondern wie du es tust. Vielleicht musst du dann etwas ändern, damit du das, was du tust, mit Freude tun kannst. Dein Leben ist zu wertvoll, als dass du verpassten Chancen nachtrauern solltest oder resignierst oder alle Hoffnungen auf eine ferne Zukunft setzt. Also: lebe es jetzt, und zwar bewusst!

Noch etwas: ich habe zunächst von Mutter Erde gesprochen, dann von Vater Himmel. Es ist unsere Aufgabe, beides zu verbinden: das körperlich-irdische und das geistig-himmlische, das weibliche und das männliche Prinzip. Und das dürfen wir in diesem Leben tun! Ist das nicht wunderbar?

2 Gedanken zu “Regel Nummer 7: Dein Leben ist wertvoll

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