Fülle

Wie nimmst du dein Leben wahr? Denkst du, dass du zu kurz kommst, dass du benachteiligt wirst? Oder fühlst du dich reich beschenkt vom Leben? Siehst du Fülle oder Mangel in deinem Leben? Mit deiner Haltung gestaltest du dein Leben, denn dein Leben ist genau so, wir du es dir machst. Deshalb lohnt es sich, sich mit der Fülle zu befassen.


Fülle ist immer da, du musst sie nur wahrnehmen. Es geht darum, das zu sehen und zu würdigen, was jetzt ist. Und nicht seine Wünsche auf das zu richten, was nicht ist, aber deiner Meinung nach sein sollte. Am einfachsten fällt mir das in der Natur. Egal, wo ich bin, die Fülle ist allgegenwärtig. Ich setze mich gerne in Ruhe hin und betrachte Bäume, Blumen, Berge, fliessendes Wasser, sich kräuselnde Wellen, Vögel am Himmel oder in den Bäumen, Schmetterlinge, Bienen und und und. Ich höre die Vögel zwitschern und zirpen, krächzen und pfeifen. Heute war ich mit meiner Partnerin auf einer kleinen Wanderung. Wie viele Mäussebussarde und Milane haben wir gesehen, die zu zweit ihre Kreise gezogen haben, manchmal ihre Pfiffe ausgestossen haben. Wie sie mit dem Wind spielen! Wir haben erste Blumen gesehen, die bereits blühen: Huflattich, Primeln, Krokusse und Osterglocken auf den Wiesen oder in den Gärten. Weidekätzchen, einen mächtigen, noch blätterlosen Baum – vielleicht eine Linde? Wasser, das der Wiese entspringt und sich zu einem kleinen Bächlein sammelt. Den See in glitzernden Gegenlicht. Die schneebedeckten Bege im Dunst des sich auflösenden Hochnebels. Ich könnte noch ewig aufzählen. Und doch nehmen wir all das nur wahr, wenn wir achtsam sind. Wenn wir zwischendurch mal still sind, stehen bleiben uns auf ein Bänklein setzen. Die Fülle ist da, wir müssen sie nur wahrnehmen. Und wenn ich sie wahrnehme, erfüllt mich Dankbarkeit. Es ist so einfach, dies in der Natur zu üben.

Im Alltag wird das etwas schwieriger. Erkennst du die Fülle in deinem Leben? In deinen Beziehungen, bei der Arbeit, bei deinen Freizeitaktivitäten? Bist du zufrieden mit dem, was du hast? Weisst du es zu würdigen? Es ist wie in der Natur. Wenn ich zum Frühlingsbeginn in den Voralpen bin – wie heute – dann hat es da kein Meer, keinen Strand, keine Palmen, keine Gipfel, keine Schluchten, keine Wasserfälle, keine Blumenwiesen und und und. Wenn ich mich nun danach sehne, statt das zu würdigen, was da ist, mache ich mich unglücklich. So ist es mit meinem Leben: es ist so viel da, mehr brauche ich nicht. Wenn ich mit dem zufrieden bin, was jetzt gerade ist, bin ich glücklich. Ich bin eins mit dem Leben – und dann beginnt sich die Fülle so richtig zu zeigen. Und wenn du diese Fülle grosszügig teilst, dann mehrt sie sich noch zusätzlich. Ich erlebe das in meiner Partnerschaft, in meinem Beruf und überhaupt.

Wichtig ist: du musst nicht viel haben, um die Fülle wahrzunehmen. Richte deine Aufmerksamkeit, deine Gedanken nicht auf das, was du nicht hast. Du musst einfach das würdigen, was jetzt ist und was du jetzt hast. Und dann kommt die Dankbarkeit, wie jetzt gerade bei mir. Ich danke für alles, das sein darf!

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