Regel Nummer 9: Lebe deine Vision

Ein wichtiger Schlüssel zum Glück besteht darin, dass du das lebst, was dir Freude macht. Ich habe das mal mit „lebe deine Vision“ überschrieben. Ich könnte auch sagen, lebe deine Bestimmung, lebe deinen Traum. Viele von uns lassen sich zu sehr von Zwängen und Erwartungen anderer einschränken und vergessen dabei das, was sie wirklich wollen.

Was will ich wirklich? Was ist meine Bestimmung? Worin sehe ich den Sinn des Lebens? Was kann ich dieser Welt schenken? Ich meine (natürlich) nicht, welche materiellen Ziele ich habe und welche äusseren Erfolge ich erreichen will. Darüber habe ich schon geschrieben: die äusseren Ziele bringen kein Glück. Schon bald, nachdem du es erreicht hast, fühlt es sich irgendwie leer an. Du brauchst schon wieder das nächste Ziel, noch etwas höher gesteckt. Aber darum geht es nicht, sondern darum, was dein inneres Ziel ist.

IMG_7761.jpgEckhart Tolle schreibt, es gehe darum, das innere und das äussere Ziel in Übereinstimmung zu bringen. Das äussere Ziel besteht aus dem, was du in deinem Leben hier erreichen willst. Das kann sich auf deinen Beruf, deine Familie, die Art zu leben und zu wohnen etc. beziehen. Entscheidend ist dabei, dass dies mit deinem inneren Ziel übereinstimmt. Ich meine damit auch die Vision von deinem Leben. Es ist im Stress und in der Hektik unseres Alltags nicht gerade einfach, herauszufinden, was unsere Vision oder Seelenaufgabe ist. Das geht mir auch so.

Für mich ist wichtig, dass ich eine gewisse Zeit alleine und weg vom Alltag verbringen kann. Ich hatte das früher nicht gekannt, hatte auch eine gewisse Angst davor. Dann war ich zunächst einmal zwei Tage alleine unterwegs in den Bergen. Es stärkte mich sehr, dass es mir dabei wirklich gut ging. Dann wurde ich mutiger und wanderte eine Woche ganz alleine in den Bergen. Dabei wurde mir einiges klar, und ich hatte dann die Kraft, die Entscheidung zur Trennung zu tragen. OK, das ist noch nicht die Vision vom eigenen Leben, noch nicht die Klärung der Seelenaufgabe. Aber wir müssen zumindest ab und zu einen Schritt zurücktreten können, die Alltagsaufgaben abgeben und uns ganz auf uns selbst zurückziehen.

Meine Partnerin hat das in Form einer Visionsreise gemacht. Das schliesst an das indianische Ritual an, in dem man sich nach intensiver Vorbereitung und Loslassen vom Alten für einige Tage alleine in die Wildnis zurückzieht, fastet und dabei sein Innerstes erforscht. Das war eine sehr eindrückliche und tiefgreifende Erfahrung, die viel zu ihrer Selbsterkenntnis beigetragen hat. Es ist aber nicht so, dass nach diesem Prozess irgendwie in Leuchtbuchstaben die grosse Vision erschienen ist. Das wäre wohl eher eine Form, wie es sich das Ego vorstellt. Aber es wurde – so habe ich das als Partner erlebt – vieles klarer.

Ich habe die Regel Nummer 9 zuerst anders formuliert: sei aufrichtig und authentisch. Ich habe sie jetzt etwas umformuliert, meine aber eigentlich dasselbe. Wir können nämlich nur aufrichtig und authentisch sein, wenn wir das tun, was unserem Lebensziel entspricht. Authentisch sind wir dann, wenn wir Dinge nicht tun, die uns nicht entsprechen. Wenn wir uns verbiegen und uns den Erwartungen anderer – von Einzelpersonen wie Eltern oder Partner, aber auch der Gesellschaft allgemein – beugen, macht uns das unglücklich und krank. Und wenn wir das tun, was unserer Lebensaufgabe entspricht, freut uns das. Umgekehrt können wir also durch tiefes Schauen (wie es Thich Nhat Hanh nennt) erkennen, was unsere Seelenaufgabe ist. Wenn wir achtsam sind und uns selbst beobachten, erkennen wir, was uns Freude bereitet. Gemeint ist dabei die innere stille Freude. Eigentlich wüssten viele Menschen, was ihnen so richtig gut tut – und trotzdem gönnen sie sich das viel zu selten. Weshalb eigentlich? Wir machen uns viel zu viele Gedanken darüber, was die anderen von uns denken. Das kenne ich übrigens selber auch sehr gut. Man will es möglichst allen recht machen, nicht anecken. Dabei geht man aber selbst verloren. Und wir sind nicht mehr authentisch. Wir sind ängstlich und befangen.

Wenn wir unsere Vision kennen, können wir selbstsicher unseren Weg gehen. Wir werden authentisch. Und weil wir weder uns noch anderen etwas vormachen müssen, werden wir auch aufrichtig und ehrlich.

Und was ist denn nun jetzt meine Vision? Meine Vision sehe ich darin, Bewusstsein auf diese Welt zu bringen. Im Alltag bedeutet das, dass ich bewusst und achtsam leben will. Mal sehen, wie und wo ich das konkret umsetzen kann. Momentan zum Beispiel in diesem Blog 😉

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