Von Machos und Autos

Da habe ich ja eine herausfordernde Hausaufgabe gefasst: meine Lehrerin Katharina hat die SeminarteilnehmerInnen wieder mit „Geschenken“ bedacht, mit Botschaften aus der geistigen Welt. Bei mir fragte sie, ob ich etwas gegen Autos habe? Und ich müsste mehr meine Macho-Seite ausleben. Was mache ich mit diesem „Geschenk“?

Ich habe ja schon einiges zum Thema Mann Sein geschrieben – eigentlich geht es bei Männerherz mehr oder weniger genau darum: was es bedeutet, ein bewusster Mann zu sein. Nun soll ich also auch die bisher eher verdrängten Seiten des Mannseins leben. Ich habe mich kurz vergewissert, dass ich dazu wirklich schon einiges geschrieben habe (so genau weiss ich das jeweils auch nicht mehr). Besonders bei den Beiträgen über Parzifal ging es auch um den Krieger als wichtige Phase in der Entwicklung zum vollständigen Mann, dem König. Inwiefern gehört das Thema Auto dazu?

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Ja, ich habe kein Auto und miete nur eines, wenn ich wirklich Bedarf habe. Weshalb? Mir geht es dabei um den schonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen. Ich möchte meinen kleinen Beitrag leisten, indem ich möglichst wenig Benzin verbrauche, möglichst wenig Abgase produziere und wenig Strassen benutze, damit sie nicht weiter ausgebaut werden müssen. Und ich komme damit in der Schweiz wunderbar zurecht: der Öffentliche Verkehr ist so gut ausgebaut, dass ich überall hin komme – und dies sogar mit einer sechsköpfigen Familie geschafft habe. Für den Nahverkehr nehme ich mein Fahrrad – eines zu Hause und eines am Arbeitsort. Übrigens eine geniale Erfindung das Fahrrad: es gibt kaum ein energieeffizienteres Fahrzeug…

Ich hänge das üblicherweise (Ausnahme: heute) nicht an die grosse Glocke. Autofahrer verurteile ich nicht oder nicht mehr – es gab sicher eine Zeit, da war ich wütend auf die Ressourcenverschwendung und Achtlosigkeit gegenüber der Umwelt. Ich mache das für mich. Weil es für mich so stimmt. Andererseits könnte ich auch viel konsequenter sein, wenn es um nachhaltiges Konsumieren geht.

Das Auto also. Ich kann Autofahren und habe den Führerschein (s Billet, wie wir in der Schweiz sagen). Als junger Mann bin ich gerne und oft gefahren – sei es mit dem VW Käfer meiner Mutter oder dem Fiat Panda, der meiner Mutter und mir gehörte. Und dann auch als Taxifahrer und Chauffeur. Ich habe vor und während des Studiums damit mein Geld verdient. Deshalb behaupte ich heute also einfach mal, ich hätte das ausgelebt.

Was macht denn den männlichen Anteil des Autos aus? Es sind wohl die Technik, der Motor, die Bändigung dieser Kraft und das verlangte Können, das sportliche Fahren. Ich kann mir gut vorstellen, dass es faszinierend ist, einen Motor als Wunderwerk der Technik zu bestaunen – ich kenne das eher vom Computer her, wo ich die Ingenieurleistung echt würdigen kann. Oder bei anderen technischen Erfindungen. Als Statussymbol dient es sicherlich auch – und darauf kann ich von ganzem Herzen verzichten. Mir ist es früher schon mit unserem Nachbarn passiert, dass ich einfach nicht bemerkte, dass er eine neues, teures Auto gekauft hatte. Erst als andere Nachbarn darüber sprachen („wie kann er sich das denn leisten?“) habe ich es gesehen. Ich war da ein gemeiner Spielverderber. Denn wozu ein solches Statussymbol kaufen (oder leasen), wenn es keiner bemerkt? Neid wäre doch das mindeste, was man erwartet…

So, das Auto habe ich somit abgehakt. Aus spiritueller Sicht scheint mir wichtig, dass ich es nicht verteufle, dass ich nicht missioniere oder mich über die Autofahrer stelle. Und wenn ich Auto fahre, dann mit Genuss und ohne schlechtes Gewissen.

Was ist dann aber mit der Macho-Seite? Wie kann ich den Krieger noch besser leben? Wie kann ich diese Seite in mir so ausleben, dass ich mein volles Potential leben kann? Ab und zu die Rolle des Macho zu spielen, ist sicherlich lustig. Im Kern geht es aber schon eher um die erwähnte Seite des Kriegers, darum, die eigentlichen männlichen Eigenschaften bewusst zu erfahren. Ich schaue gerade im Buch „So wird der Mann ein Mann!“ von Robert Betz nach, der verschiedene Elemente des männlichen und des weiblichen Prinzips aufführt (S.198f.). Hier ein Auszug:

Männliches Prinzip (aktivierend) Weibliches Prinzip (zulassend)
Machen, Tun Geschehen lassen, Sein
Denken Fühlen
Reden Schweigen
Kontrollieren Vertrauen
Urteilen Gelten lassen
Verstand/Kopf Herz/Bauch
Führen Dienen
Anspannen Entspannen
Einatmen Ausatmen
Schenken Empfangen
Arbeiten Spielen, Faulenzen
Stärke Schwäche
Erschaffen Bewahren
Ziele verfolgen Sich führen lassen
Plan Intuition
Haben Sein

Es geht hier nicht darum, welche Seite besser ist als die andere. Die Kernaussage von Betz lautet, dass das eine ohne das andere nicht sein kann. Es braucht beides. Und als vollständiger Mann haben wir beides integriert, sowohl die männliche wie auch die weibliche Seite. Bisher habe ich mich ganz erfolgreich von dem leiten lassen, was sich mir im Leben gezeigt hat.

Ich nehmee mir also vor, dass ich am Thema dran bleibe. Noch weiter forsche, wie sich der Krieger äussern will. Und ab und zu auch darüber berichte.

Ein Gedanke zu “Von Machos und Autos

  1. Hello, wie schade, sich die österr. Politik zu selten ein Vorbild an der Schweiz nimmt, vorallem was den öffentlichen Verkehr betrifft. Wenn man bei uns auf dem Land lebt und nicht zufällig eine der wenigen aktiven (wenn auch mit zu großem Halteintervall verdammten) Zugverbindungen hat ist es eine echte Herausforderung an die Geduld.
    Btw. ich hätte Reden und Schweigen genau anders herum vermutet.
    MfG toe

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