Männer als Opfer? Nein danke!

Dieser Tage habe ich gerade zwei Berichte/Interviews mit Psychologen/Therapeuten gelesen, die sich zum Thema Männer und ihre Rollen geäussert haben. Im einen Beitrag im Tages-Anzeiger (Zürich/Schweiz) meint der Psychoanalytiker Alain Valterio, Väter müssten ihren Platz wieder neu finden und sich von den Kindern distanzieren. Ich verstehe seine Aussagen im Interview so, dass die Väter sich zu sehr an den Wünschen der Mütter orientierten und die Kinder zu sehr ins Zentrum ihres Lebens stellten. Der Vater solle der grossende Schweigende sein, heisst der Titel seines Buches. Ich höre hier das Klagen eines unzufriedenen Mannes, der die Gesellschaft und die Frauen (die Mütter) für die fehlerhafte Entwicklung verantwortlich macht.

Und in der Sonntagszeitung vom 14. Juni (Seite 19) regt sich der Männersoziologe Walter Holstein über die linke Politik auf, die sich nur für Frauen einsetze und Männer für böse halte. Er schreibt, dass sich die Lebensbedingungen von Männern und Jungen seit zwei Jahrzehnten signifikant verschlechtert hätten und dass in Erziehung, Bildung und Gesundheit Jungen und Männer eindeutig benachteiligt würden. Die Politik müsse sich für deren Anliegen einsetzen, fordert er.

Mir bleibt bei beiden Äusserungen hängen, dass sich da Männer als Opfer fehlgeleiteter Entwicklungen sehen. Die Ursache sehen sie in einer verweiblichten Gesellschaft, die typische Männereigenschaften schlecht mache und damit den Männern schade. Wer aber das Problem bei anderen sucht (bei der Gesellschaft, bei den Müttern, bei den Frauen etc.), verfehlt den Kern der Sache. Wir stellen wohl alle fest, dass es für Männer heute ziemlich schwierig geworden ist, ihre Rolle zu finden. Was ist ein guter Vater, wann ist der Mann ein Mann? Viele denken, es sei früher einfacher gewesen, aber die Frauenbewegung und Emanzipation habe den Männern das Leben schwer gemacht. Na ja, wir mussten und dürfen immer noch alte Muster aufgeben, das war längst überfällig. Die Rolle des Vaters, Partners oder einfach des Mannes ist vielschichtiger geworden. Jeder darf für sich herausfinden, was für ihn stimmt, wie es für ihn und für seine Umgebung (Familie. Beruf, Partnerschaft) richtig ist. Das ist eine grosse Chance, und wir haben hier die Wahl, ob wir diesen Weg gehen wollen.

Die Rolle des Vaters als grosser Schweiger, der nur dosiert mit seinen Kindern spielt und ihnen so die Aussenwelt vermitteln will, scheint mir der falsche Weg. Wir Männer dürfen auch als Väter unser Herz in den Mittelpunkt stellen. Ich bin insofern einverstanden, dass wir unsere eigene Haltung finden müssen und diese auch selbstbewusst vertreten sollen. In vielen Familien und Beziehungen haben – nicht zuletzt wegen der emotionalen und physischen Abwesenheit der Männer – die Frauen bestimmt, wie Mann mit den Kindern umgehen soll. Auch ich habe mich in Fragen der Erziehung nach den Vorstellungen der Mutter meiner Kinder gerichtet. Ich mache ihr aber kein Vorwurf, es war mein (unbewusster) Entscheid, es so zu tun.

Heute sehe ich es anders. Wenn ich auf mein Herz (Männerherz) vertraue, handle ich klar und sicher. Ich bin überzeugt, die Mutter meiner Kinder hätte das damals zu schätzen gewusst. Aber es hat sich anders ergeben. Anstatt anderen Vorwürfe zu machen, das Leid der Männer zu beklagen oder frustriert zu sein, können wir heute annehmen, dass es damals so war. Wir können uns und unserer Partnerin verzeihen, da wir damals das bestmögliche getan haben. Und heute dürfen wir uns von unserem eigenen Herzen leiten lassen. Als Vater heisst das für mich: die Kinder so zu nehmen, wie sie sind. Sie zu lieben, aber nicht zu verhätscheln. Sie auf ihrem Weg zu freien, selbstbewussten jungen Menschen zu begleiten und nicht sie auf einen bestimmten Weg zu drängen. Und das Gleiche gilt auch für Partnerschaften: wenn wir uns von unserem Herzen leiten lassen, klar, ehrlich und verbindlich sind, werden unsere Partner dies schätzen. Und wir werden selbstbewusst und frei. Da ist kein Platz für ein Opferbewusstsein, weder beim einen noch beim anderen Partner. Also, nicht jammern, sondern die Chance zur Veränderung dankbar annehmen!

4 Gedanken zu “Männer als Opfer? Nein danke!

  1. Hallo Männer

    Als erstes bin ich sooo dankbar für diese Seite!!!

    Also, ich habe da eine krasse Geschichte mit meiner Ex erlebt und werde diese ganz kurz zusammen fassen.

    Ich war Teilzeit Hausmann sowie Teilzeit arbeitend ( Sicherheitsbranche ) und ich war für meine Kindern wirklich anwesend und habe sie vonm Baby an umsorgt auch alleine, dann wenn die Frau arbeiten ging. Meine Frau, eine extreeem eifersüchtiges und emanzipiertes, verwöhntes Prinzesschen hatte mir immer mehr das Leben versaltzen.
    Sie war auch eine, welche die Kinder immer zu uns ins Ehehbett genommen hatte!

    Meine Mutter durfte unsere Kinder niemals betreuen! Ihre Mutter hingegen durfte alles! Mit meiner Schwester dasselbe! Nun ich musste mehrmals erbrechen und hatte Sorgen und auch Ängste um die Scheidung einzureichen. Schliesslich hatte sie es dann getan und sie möchte mich nun am Boden liegen sehen!

    Zudem ist es so, dass seit der Trennung im Frühling 2014 ich meine Kinder nicht mehr sehen kann!

    Die KESB habe ich wieder ausgeschalttet, da diese keine Hilfe darstellte!
    Was für Einblicke in die Dekadenz der Gesellschaft!

    Dies ist eine kurze Zusammenfassung und hier gibt es noch ein bisschen mehr Infos: https://soscoachblog.wordpress.com/sos-buch/

    Tya, durch diese dramatischen Erfahrungen bin ich nun auf einem neuen Lebensweg und werde nun als aufgeweckter Mann durch den Rest meines Lebens wandern. 🙂

    Vielen Dank für alle Beiträge, welche ich alle noch lesen werde!

    Herzliche Grüsse

    ROGER

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