Du hast es in der Hand

Ich habe in letzter Zeit öfters über „das Grosse Ego“ geschrieben, und was das für uns selbst heisst. Im Zusammenhang mit der Kündigung des Klimaschutzabkommens sieht man sehr schön, was die Ego-Politik bewirkt und auslöst. Zum einen ist es (natürlich) politisch verwerflich, wenn der grosse Umweltverschmutzer USA sich aus der internationalen Verantwortung verabschiedet. Dies kann ein Weckruf für die anderen Staaten sein, sich jetzt erst recht für einen effektiven Klimaschutz einzusetzen. Da scheint mir Angela Merkels Reaktion die richtige. Ganz im Gegensatz zur Argumentation von SVP-Exponenten in der Schweiz, die finden, die Schweiz sei zu klein, stosse somit nur wenig Schadstoffe aus und müsse bei einem solchen Abkommen nicht dabei sein. Wobei der nächste Schritt dann darin bestünde, die Einschränkungen zugunsten des Klimas aufzuheben. Falscher geht es nicht. Ich gehe davon aus, dass diese Politiker auch als Menschen und für sich selbst so argumentieren: Ich bin ja nur eine Person, was kann ich schon machen? Was bringt es, wenn ich mich einschränke in meiner Mobilität oder mehr bezahle für nachhaltige Energien? Und dann gibt es noch das Trittbrettfahrer-Syndrom – was ist, wenn ich meinen Beitrag zum Klimaschutz leiste, aber andere nicht? Ich schränke mich ein und die anderen profitieren? Ich bin doch nicht blöd! 

So, diese Denkweise und Haltung ist genau das Gegenteil von einer achtsamen und bewussten Haltung. Nach meiner ersten Aufregung über Trumps Entscheid kam in mir der Gedanke – was brauche ich Trump oder die USA? Was brauche ich ein Abkommen, um mich für einen bewussten und achtsamen Lebenswandel zu entscheiden? Natürlich finde ich es politisch richtig und wichtig, dass der Staat nachhaltiges Handeln fördert und Umweltverschmutzung ahndet. Aber wir persönlich brauchen das nicht wirklich. Müssen wir warten, bis uns jemand sagt, was gut und was schlecht ist für diese Erde? Du weisst es ganz genau! Frage dich einfach, wie es wäre, wenn sich alle so verhalten würden? Was bedeutet dies für deine Umwelt, für deine Mitmenschen?

IMG_1553OK, manchmal ist es vielleicht etwas unangenehm. Und es gibt vielleicht Dinge und Hobbys, die dir wichtig sind, obschon sie einen schädlichen Einfluss aufs Klima und auf die Umwelt haben. Musst du auf deine Töfftour über Alpenpässe verzichten? Darfst du kein Fleisch mehr essen? Wie sieht das mit der Traumreise nach Neuseeland aus? Du musst selber wissen, ob sich das mit deiner Verantwortung für unsere Erde verträgt. Die erwähnten internationalen Abkommen sehen die Möglichkeit vor, dass man schädlichen Ausstoss kompensieren kann. Du kannst z.B. eine CO2-Kompensation für einen Flug kaufen. Oder du bist dafür in einem anderen Bereich strenger. Reduziere deinen Stromverbrauch, damit du dir den teureren Öko-Strom leisten kannst. Du findest bestimmt eine Lösung, wenn du bewusst und achtsam bist. Und wichtig scheint mir noch, dass du dabei eine liebevolle Haltung einnimmst – zu dir selbst und zu allem. Du machst das nicht als Opfer, sondern weil es so für dich richtig ist.

Das ist für mich die ganz konkrete Umsetzung und Anwendung eines grundlegenden Prinzips: Es geht um dich. Du bist der Schlüssel. Das Aussen entspricht deinem Innern. Deine Haltung ist entscheidend dafür, wie sich dir die Welt präsentiert. Gerade dieser Tage (5. Juni) veröffentlichte Robert Betz den Gedanken für den Tag:

Der Frieden in der Welt entsteht nur über den Frieden in uns selbst, mit uns selbst und mit unserem Leben.

Und Thich Nhat Hanh sagt das so:

Du bist der Planet, und der Planet ist du. Das Wohlergehen unseres Körpers ist nicht möglich ohne das Wohlergehen des Planeten.

Ich habe das englische well-being mit Wohlergehen übersetzt. Das Zitat stammt aus der Vorschau seines neuen Buchs The Art of Living. Beide Zitate weisen auf den Grundsatz hin, dass wir mit unserem Handeln und unserer Haltung unsere Welt beeinflussen. Wir können also von der Welt nicht erwarten, dass sie Frieden bringt, dass andere Menschen die Erde schützen. Wir müssen nicht warten, bis andere etwas tun. Wir selbst bestimmen unsere Welt. Zunächst im Innen, dann wirkt sich dies auch auf das Aussen aus. Und, wie im Titel gesagt: Du hast es in der Hand. Und du kannst in diesem Moment deine Verantwortung wahrnehmen.

 

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